“Fähre zur Ewigkeit”, 25.10.2019

Diese Aufführung hätte wahrlich mehr Zuschauer verdient gehabt. In dem selbst inszenierten Schauspiel “Fähre zur Ewigkeit” setzt sich Bernhard Staercke mit seinem Ensemble konfessionsüber-

greifend mit weltlichen Werten und der Einstellung zum Tod auseinander. Zentrale Figur ist der ewige Fährmann Charon – gespielt von Reinhard Micheel –  der seit Menschengedenken seine Passagiere mit der Fähre aus dem Reich der Lebenden über den Styx in das Reich der Toten, an den Eingang des Hades, geleitet. Die Schatten der sechs frischverstorbenen Menschen haben alle recht unterschiedliche Auffassungen über ihr Leben und Sterben, ihren Tod und das Jenseits. So entstehen anrührende, aufregende, dramatische, tragische und komische Szenen mit recht unterschiedlichem Ausgang.

Andreas (Michael Thaden) ist ein wütender Finanzhai, der gestresst und geldgeil nach immer mehr Profit lechzt. Die 91-jäährige Sophia (Annette Münstermann) wird nach ihrem Tod deutlich jünger, während Michael (Denis Heyne), ein kommunikativer Mann, der direkt von der Palliativstation kommt, im Fluss der toten Seelen eher ein Freizeitbad mit Strand vermutet. “Die Liebe steht über allem”, hat die strenggläubige Christin Elena (Monika Sanjrani) in ihrem Ehemartyrium gelernt und Birgit (Dagmar Riegler), die frustrierte Deutsch- und Geschichtslehrerin, ist mir ihrem Leben mehr als unzufrieden.

“Fähre zur Ewigkeit” ist ein tröstliches Stück, das das Publikum zum Nachdenken über das Leben und den Tod auffordert.