Esther Lorenz singt in memoriam Karla Raveh 18.09.2019

Hebräische Lieder standen auf dem Programm von Esther Lorenz, die auf der Gitarre von Peter Kuhz begleitet wurde. Im Foyer des Gemeindezentrums erklangen Lieder mit einer ganz unterschiedlichen Herkunft: Psalmvertonungen, moderne Hochzeits- und Wiegenlieder, Melodien der Chassidim und der Sefarden aus dem Spanien des Mittelalters – auch solche, die im KZ komponiert wurden. Es war ein ein sehr schöner Abend, an dem Esther Lorenz mit ihrer sehr anrührenden Stimme sang und die Zuhörenden mit ihrer Moderation mitnahm in anderen Kulturkreis. Die Melodien gehören zu dem, was Israel heute mit seiner sehr differenzierten Gesellschaft und alten Geschichte mit bestimmt. Dort hat Karla Raveh von 1949 – 1985 gelebt, ohne deutsch zu sprechen. Ab 1987 aber kam sie regelmäßig von dort nach Lemgo; hier war sie geboren worden, hier wuchs sie auf, bis sie mit ihrer Familie in die KZ´s und Lager deportiert wurde. Als einzige von ihrer Familie hat sie  überlebt. Sie wurde zur Namensgeberin der Gesamtschule und hat viele junge Menschen mit der Schilderung ihrer Erinnerungen deutlich gemacht, dass nationalsozialistisches Gedankengut in unserer Gegenwart keinen Platz haben mehr darf. Im Mai 2017 hat sie in Lemgo ihren 90. Geburtstag gefeiert und ist wenige Tage später in Lemgo plötzlich verstorben. Mit diesem Konzert haben die Kirchengemeinde St. Johann, die Christlich-Jüdische Gesellschaft in Lippe und die Alte Hansestadt Lemgo als Veranstalter dieses Abends an sie erinnert.